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VoIP: Möglichkeiten für die Internet-Telefonie

Telefonieren über das Internet

Bei einem VoIP-Anschluss telefoniert der Nutzer über das Internet und nutzt dabei das Voice over Internet Protocol/VoIP. Auch ein VoIP-Telefonanschluss besitzt viele ISDN-typische Eigenschaften, wie das Anklopfen bei belegter Leitung, oder Makeln. Zudem kann eine weitere separate Leitung hinzugebucht werden. Praktisch: Bei einem VoIP-Anschluss können Anrufe vom Computer aus selbst weitergeleitet oder gesperrt werden.

Die Nutzung von VoIP hat kleine Nachteile: Sprachqualität und Stabilität der Verbindung sind von Anbieter zu Anbieter verschieden. Ist die Verbindung zum Internet gestört, kann auch nicht telefoniert werden.

VoIP über DECT-Router

Viele Router der neueren Generationen sind mit einer integrierten DECT-Basisstation ausgestattet. Damit können vorhandene schnurlose DECT-Telefone gekoppelt werden. Wer sich ein neues Telefon zulegen möchte, sollte dabei auf die Ausstattung bei Router und Endgerät achten: „Besonders interessant sind dabei DECT-fähige Schnurlostelefone, die die Zusatz-Technologie CAT-iq (Cordless Advanced Technology internet and quality) unterstützen“, erklärt Julia Froolyks vom Portal inside-handy.de.

Mit dieser Technologie ist HD-Voice-Telefonie möglich, die einen deutlich verbesserten Klang bietet. Diese Technik unterstützen neben modernen DECT-Telefonen nach dem CAT-iq-Standard auch Smartphones. Somit kann man auch das Smartphone mit dem DECT-Router verbinden. Mit einem VPN (Virtuelles Privates Netzwerk) können somit auch außerhalb der eigenen vier Wände Anrufe auf die Festnetznummer angenommen werden. Ein weiterer Pluspunkt eines DECT-fähigen Routers: Der integrierte Anrufbeantworter kann aus dem heimischen WLAN oder ebenfalls über VPN weltweit abgehört werden.

Festnetztelefonie per App

Um einen VoIP-Router mit einem Smartphone zu nutzen, braucht es spezielle Apps. Bisher bieten allerding nur wenige Hersteller die Festnetz-Telefonie per Smartphone-App an. Die Telekom vermarktet beispielsweise die HomeTalk-App, womit das Smartphone zum Festnetzapparat wird. „Sie funktioniert aber nur bei All-IP-Anschlüssen der Telekom und nur dann, wenn der Kunde sich innerhalb des eigenen WLAN aufhält“, sagt Alexander Kuch vom Onlineportal teltarif.de.

Eine Alternative ist die FRITZ!App Fon des Router-Herstellers AVM, die es sowohl für Android- als auch für Apple-Geräte gibt. Auch in diesem Fall muss das Smartphone per WLAN mit dem eigenen Router verbunden werden.

„Der Vorteil dieser beiden Lösungen ist, dass auch die im Smartphone gespeicherten Kontakte angerufen werden können“, erklärt Kuch. „Und wer sich beispielsweise im Garten aufhält, muss nur das Smartphone und nicht auch noch ein zusätzliches Festnetz-Telefon mitnehmen.“

Aber: Die Smartphone-App ist nicht dafür ausgelegt, unterwegs im mobilen Internet das Festnetz zuhause zu nutzen.

Mit VoIP Telefonkosten sparen

Wer solch einen VoIP-Router nutzt, kann mitunter auch Geld sparen. Denn Telefonate ins Mobilfunknetz oder Ausland sind oftmals über Flatrates für Festnetztelefonie nicht abtgedeckt. „An Telekom-Anschlüssen funktionieren immer noch die Sparvorwahlen 010xx oder 0100xx, mit denen man günstigere Anbieter wählen kann“, rät Urs Mansmann von der Fachzeitschrift c’t. „Wer den Anschluss eines anderen Anbieters hat und häufig teure Telefonate führt, sollte einen zusätzlichen VoIP-Vertrag mit günstigeren Verbindungspreisen schließen und seinen Router so programmieren, dass die Anrufe je nach Vorwahl automatisch über den günstigsten Telefon-Anbieter geleitet werden.“

Messenger-Dienste wie Skype, WhatsApp und Co.

Am bekanntesten – und wohl auch beliebtesten – ist VoIP über bestimmte Messenger-Dienste. Skype, WhatsApp Call, Google Hangouts, Viber oder Apple Facetime bieten eine große Flexibilität ohne Extrakosten. Gezahlt wird in diesem Fall mit dem Datenvolumen des Mobilfunkvertrags. Über die Plattformen kann weltweit telefoniert werden. Voraussetzung ist lediglich, dass die Gesprächspartner über ein passendes Endgerät wie Smartphone, Tablet, Laptop oder Desktop-PC sowie über eine stabile und schnelle Internet-Verbindung (WLAN oder Mobilfunk) verfügen.

Um Skype und Co auf dem Smartphone oder Tablet zu nutzen, muss man die entsprechende App herunterladen. Wer ein Android-Gerät besitzt, kann sich das sparen, da eine VoIP-Funktion bereits im Betriebssystem integriert ist. Diese Funktion versteckt sich allerding in den Tiefen der Einstellungen der vorinstallierten Telefon-App von Android. Um an sie zu gelangen, muss man das Menü in der Telefon-App öffnen und die Einstellungen auswählen. Am Ende der Liste gibt es die Einstellungen für Internetanrufe.

Unter dem Punkt Konten und Konto hinzufügen trägt man die vom eigenen VoIP-Anbieter übermittelten Zugangsdaten zum VoIP-Dienst ein. Oft beschränken sich die erforderlichen Daten auf Nutzername, Passwort und Server, über den die Anrufe erfolgen.

Unter dem Punkt „Internetanrufe verwenden“ legt man fest, ob Anrufe generell über den VoiP-Anbieter geführt werden sollen oder ob der Nutzer vor jedem Telefonat auswählt, über welches Netz das Gespräch geführt wird.

Tipp: Um kostbares Datenvolumen zu sparen, sollte man VoIP so oft es geht über WLAN-Verbindungen nutzen.